Warum dein Warum nicht ausreicht

Wir sind es gewohnt, die Natur in Kausalketten zu verstehen. Wir denken in Ursache und darauf folgender Wirkung. Wir kennen die Gesetze der Mechanik, der Physik, der Chemie, und all der anderen Naturwissenschaften. Wenn wir einen Stein aus zwei Meter fallen lassen, können wir die Aufprallgeschwindigkeit bestimmen und berechnen. Wir kennen das Warum für die Aufprallgeschwindigkeit: nämlich Erdbeschleunigung und Höhe des Fallenlassens. Gegenstand der Naturwissenschaften sind Konstruktionsgesetze.

 

Ebenso konstruieren wir im täglichen Leben Prozesse, die ein Resultat hervorbringen sollen. Als Beispiele aus dem Unternehmensalltag kennen wir Qualitätsprozesse zur Sicherstellung der Produktqualität, Kostenrechnungsprozesse, Entwicklungsprozesse oder auch Programme, die auf unseren Computern laufen und vieles andere mehr.

 

Im Zuge des Konstruierens wird allzu oft vergessen, worauf wir eigentlich aus sind, welcher Zweck eigentlich erfüllt werden soll. Und die dazu erforderliche Frage ist die Frage nach dem »Wozu?«. Ein einfaches Beispiel: Ein Kind kommt weinend auf Sie zu. Sie fragen zunächst das Kind: »Warum weinst Du?«. Das Kind antwortet: »Weil mein Spielzug kaputt gegangen ist!«. Dann fragen Sie: »Wozu weinst Du?«, und die Antwort des Kindes lautet: »Damit ich ein neues bekomme!«.

 

Warum Fragen schauen zurück. Sie fragen nach dem Grund. Wozu fragen schauen nach vorne. Sie suchen nach einem Sinn und fragen nach einer Bedeutung für das, was noch kommt.

 

Wenn ich es schaffe, zu fragen wozu, werde ich offen für einen Sinn, der mir jetzt vielleicht noch verborgen ist. Kann sein, ich finde ihn nicht gleich. Aber ich vertraue darauf, dass er sich mir auf dem Weg zeigen kann. Wenn ich fragen kann wozu, fällt es mir leichter, 

 

Erst die Frage »Wozu?« erlaubt es uns, zieltaugliche Pläne für die Erreichung unserer persönlichen Ideen, Wünsche und Ziele zu selektieren, und sie erlaubt es, dass wir selbst ursächlich an dieser Erreichung beteiligt sind und uns gerne und freiwillig dafür anstrengen. 

 

Herzlichst

 

Ihr Michael Langheinrich

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