Warum das Beseitigen negativer Glaubenssätze schlecht funktioniert

Jeder Sportler glaubt an seinen Sieg, an das Gewinnen. Jeder Unternehmens-gründer glaubt an seinen Unternehmenserfolg. Zwei Menschen die heiraten, glauben an ein dauerhafte Partnerschaft und Liebe.Natürlich macht es Sinn, eher mit positiven als mit negativen Gedanken an das Leben, eine Aufgabe, ein Problem oder auch einen Wettkampf ranzugehen.Gleichzeitig darf positives Denken nicht als Allheilmittel herhalten, dass uns vor sämtlichen Rückschlägen, Niederlagen und schlechten Menschen bewahrt.

 

Selbstverständlich kenne ich auch die Theorien und Thesen vom Beseitigen »negativer Glaubenssätze« oder der Pyramide, die da sagt: "Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.

 

Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal." Das kann ich so nicht unterschreiben, denn viel zu oft hatte ich in meinem Leben schon genau das Gegenteil von dem erlebt was ich dachte, was ich sagte oder wie ich mich verhielt. Und mal ganz unter uns: wenn all das, was ich in meinem Leben jemals an negativen Dingen und Glaubenssätzen gedacht und in meinem Kopf hatte, irgendeinen Einfluss auf das, was dann tatsächlich geschah gehabt hätte - ich wäre unzählige Male in Untersuchungshaft gelandet und würde wahrscheinlich jetzt verarmt auf der Straße leben. Doch umgekehrt genauso, denn es ist verdammt illusorisch und verträumt, sich ein leeres Bankkonto mit Hilfe von positiven Gedanken einfach wegzudenken und zu hoffen, dass Kraft der Gedanken plötzlich Dinge in mein Leben fliegen und sich glückliche Fügungen ergeben, die es wieder auffüllen.

 

Und nicht nur für mich selbst gesprochen, sondern auch in großen Teilen meines persönlichen Umfelds, war es oft so, dass manchmal etwas anderes als das von den vorher bestimmten Gedanken eingetreten ist. Also an Situationen, an die ich besonders optimistisch und voller positiver Gedanken rangegangen bin, ging es dann auch mal schief und wenn ich dachte, das klappt vielleicht eher nicht, dann wurde ich auch schon mal vom Gegenteil überrascht und es gelang mir eine positive Wendung.

 

Und wie ist das bei Ihnen? Gibt es da nicht auch die Situationen, wo genau das Gegenteil von dem eingetreten ist, was Sie mit Ihren positiven Gedanken eigentlich herbeiführen wollten? Oder wo Sie innerlich, gedanklich schon aufgegeben und abgeschaltet haben und plötzlich alles gut wurde? 

 

Das Problem sehe ich eher darin, dass Menschen die ihr Leben ausschließlich mit solchen Denkmodellen gestalten und an Dinge wie Zufall, glückliche Umstände oder das gegenteilige Pech, also alles Dinge die von außen geschehen, nicht glauben, sondern dies als eine höhere Fügung des Universum ansehen, gar nicht wahrnehmen, dass sie selbst am Steuerknüppel ihres Lebens sitzen. Das heißt, ganz egal was wir in unserem Leben machen, es zieht irgendein Ergebnis nach sich.

 

Jede Entwicklung im Tagesablauf oder sogar den gesamten Verlauf des Lebens auf positives und negatives Denken oder »Karma« zurückzuführen, ist hervorragend für Sinnsucher geeignet, die gerne Verantwortung abgeben. Als das »Karma« bezeichnen und definieren die Sinnsucher ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung - physisch wie geistig - unweigerlich eine Folge hat. Diese Folge muss ihrer Überzeugung nach nicht unbedingt im gegenwärtigen Leben wirksam werden, sondern sie kann sich möglicherweise erst in einem zukünftigen Leben manifestieren.

 

Jede Religion ist im Prinzip nichts anderes, weil alles was passiert, alles was jemand verursacht und alles was jemand nicht erhält oder erreicht, einer höheren Macht, einem Glauben, dem »Karma« oder dem Mangel an positiven Gedanken in die Schuhe geschoben werden kann. Meiner Überzeugung nach liegt unser Leben immer in unserer eigenen Verantwortung, wie wir damit umgehen, mit uns selbst und unserem Nächsten. 

 

Herzlichst

 

Michael Langheinrich

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