8000 EURO für eine Stunde Vortrag? Sind Sie bescheuert?

Von Zeit zu Zeit keimen ja Diskussionen auf, inwieweit die Höhe der Vergütungen für einen einstündigen Vortrag eines Redners, gerechtfertigt seien. Die Beobachtung ist, dass hier von beiden Seiten verschieden argumentiert wird und jeder so seine eigenen Erklärungsmodelle hat.

 

Der Auftraggeber, also derjenige der einen Redner für eine Veranstaltung auswählt und bucht, argumentiert ja nicht selten damit, dass er einem Redner ja nicht ein paar tausend Euro für eine Stunde Vortrag, sprich Arbeit zahlen könne. Er empfindet das, bei der für ihn sichtbaren Gegenüberstellung von Zeitaufwand und Leistung, als ungerechtfertigt.

 

Der Redner argumentiert dann nicht selten, dass es ja nicht mit dem sichtbaren einstündigen Vortrag getan sei. Schließlich müsse er sich ja noch individuell auf den Veranstaltungsrahmen oder das Unternehmen vorbereiten. Außerdem müsse man An- und Abreisen, Handouts und Präsentationen fertigen sowie vor und nach der Veranstaltung für individuelle Gespräche oder den Buchverkauf zur Verfügung stehen. Und so weiter und so fort. Sie ahnen schon, dass diese beiden Sichtweisen und Argumentationsketten in die Sackgasse führen, weil nämlich beides absoluter Bull-Shit ist.

 

So lange Veranstalter die Vorträge von Rednern nur als Dienstleistungen ansehen, werden diese auch nur im Rahmen von Dienstleistungsüberlegungen budgetieren. Und die Crux an der Sache ist: So lange Sie sich als Redner selbst auch »nur« als Dienstleister sehen, werden Sie auch nur wie ein Dienstleister abrechnen können. Wenn Sie also weiterhin in der Dienstleisterfalle zappeln und in Schubladen denken wie Aufwandentschädigung, Stundensatz und Spesen, müssen Sie sich nicht wundern, wenn Sie weit hinter den Möglichkeiten eines angemessenen Honorars zurückbleiben.

 

 

Was ist zu tun? Verändern Sie Ihre Denkweisen und Vorgehensweisen dahingehend, dass Sie ausschließlich Ihre Person, Ihre Persönlichkeit, Ihre Bekanntheit, Ihre Kenntnisse und Erfahrungen sowie Ihre Reputation verkaufen. Und jetzt überlegen Sie, wie Sie dies für Interessenten sichtbar machen können und welches Honorar Sie dafür verlangen werden und auch erhalten möchten.

 

Herzlichst

 

Ihr Michael Langheinrich

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